Ministerin zu Gast in Nordhorn: Europa im Fokus der Alten Weberei

Unter dem Motto „Europa in der Grafschaft plus Ukraine“ fand am Sonnabend im Kulturzentrum Alte Weberei eine gut besuchte Diskussionsveranstaltung statt. Eingeladen hatten der SoVD Nordhorn, die Stadt Nordhorn, das Partnerschaftskomitee sowie die Alte Weberei selbst. Rund 200 Gäste waren gekommen, um mit der niedersächsischen Europaministerin Melanie Walter, die die Schirmherrschaft übernommen hatte, über die Rolle Europas ins Gespräch zu kommen.

Europa braucht Engagement

Moderiert von Achim Haming, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees, diskutierte ein Podium über aktuelle politische und gesellschaftliche Herausforderungen. Anlass war die Frage, ob Europa angesichts internationaler Entwicklungen Gefahr läuft, an Einfluss zu verlieren – und wie dem durch bürgerschaftliches Engagement begegnet werden kann.

Ministerin Walter betonte die Bedeutung eines starken, demokratischen und solidarischen Europas. Sie hob Vorteile wie Freizügigkeit, Binnenmarkt, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Austauschprogramme hervor. Unterstützung erhielt sie von Hanna Naber, Präsidentin des Niedersächsischen Landtags, die berichtete, wie prägend für sie selbst das Aufwachsen in Grenznähe gewesen sei. Beide verwiesen auf einen aktuellen Gesetzesantrag, der „die Verwirklichung und Entwicklung eines geeinten Europas“ künftig als Staatsziel in der niedersächsischen Verfassung verankern soll.

Grenzregion im Blick

Auch Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling nutzte die Gelegenheit, die enge Zusammenarbeit mit den niederländischen Nachbarn hervorzuheben – vom Schienenverkehr mit Coevorden bis hin zu gemeinsamen Projekten. Gleichzeitig kritisierte er die aktuellen Grenzkontrollen, die das tägliche Miteinander erschwerten. Besonders wichtig sei ihm die neue Städtepartnerschaft mit Chuhuiv in der Ostukraine, die gemeinsam mit Coevorden ins Leben gerufen wurde.

Ukraine: Dank und Appell

Ein bewegender Moment war der Beitrag der ukrainischen Generalkonsulin Dr. Iryna Tybinka. Sie dankte für die vielfältige Unterstützung aus Nordhorn und Europa und erinnerte an die hohen Opfer ihres Landes im anhaltenden Krieg. Die Solidarität mit der Ukraine, so ihre Mahnung, sei zugleich ein Schutz für ganz Europa.

Kulturprogramm und Ausstellungen

Für musikalische Akzente sorgten das Streicherquartett Q2 der Musikschule Nordhorn, der Chor „Voices and more“ sowie das Duo Chananja Schulz & Timon Uilenberg. Zum Abschluss eröffnete die Alte Weberei zwei Ausstellungen: eine Fotoausstellung des Vereins FotoGraf mit Motiven aus den europäischen Partnerstädten sowie eine Kunstausstellung mit Werken aus den Partnerregionen und der Ukraine.

Beide Ausstellungen sind noch bis zum 5. September im Foyer und in Saal 2 der Alten Weberei zu sehen. Der Eintritt ist frei.