Zur Geschichte des Kulturzentrums Alte Weberei

1949

Die “Neue Weberei” der Textilfabrik Povel

Innerhalb von nur 10 Monaten wurde eine 6.000 Quadratmeter große, sechsschiffige Tonnenhalle, in der die Produktion für die Textilfabrik Povel stattfinden sollte.

1949
1950

Nordhorn in der textilen Blütezeit

Um 1950 arbeiteten in einer Stadt von damals 32.000 Einwohnern rund 8.000 Menschen in den Textilbetrieben.

1950
1962

Modernisierung des Maschinenstandes

Foto: Richard Zahn (Sammlung Stadtmuseum Nordhorn)
Im Schichtbetrieb von jeweils achtstündiger Früh-, Spät- und Nachtschicht arbeiteten von nun an etwa 200 Menschen in der „Neuen Weberei“.

1962
1969

„Neue Weberei“ gelangt in neue Hände

Der Gronauer Textilkonzern RAWE übernimmt die Firma Povel.

1969
1978

Die Textilkonjunktur bricht ein

Der Delden-Konzern meldet für den Nordhorner Povel-Betrieb einen Vergleich an, der wenig später in einem Konkurs endet.

1978
1979

Einstellung der Produktion

Foto: Rudolf Bulla, Grafschafter Nachrichten
Die noch verbliebenen 1.200 Mitarbeiter stehen auf der Straße.

1979
1980

Foto: Rudolf Bulla, Grafschafter Nachrichten
Blick in die 6000 Quadratmeter große „Neue Weberei“ nach ihrer Übernahme durch die Textilfirma Rawe im Jahre 1980.

1980
1985

Die Webereihalle geht in den Besitz der Stadt über

Zugleich mietet RAWE die Webereihalle für weitere fünf Jahre und nutzt sie bis 1990 als Stoff- und Ballenlager.

1985
1989

Hoffnungsschimmer

Der Landkreis Grafschaft Bentheim steigt in die Planungen für ein Historisches Kreismuseum ein. Als Standort schlägt die Stadt Nordhorn die „Alte Weberei“ vor.

1989
1987


Foto: Rudolf Bulla, Grafschafter Nachrichten
Rund um die Weberei beginnt auf dem ehemaligen Povel-Fabrikgelände eine millionenschwere „sanfte“ Bodensanierung.

1987
1990

Umbau in eine neue Zukunft

In der Fabrikationshalle wird seit Sommer 1990 tonnenweise schwerbelasteter Boden zwischengelagert, um Auswaschungen der mit Farbresten, giftigen Chemikalien und Schwerölen versetzten Erde durch Regenwasser zu verhindern.

1990
1993

Wird aus Textil nun Kultur?

Die Stadtverwaltung wird mit der Entwicklung eines alternativen Konzepts für ein Kulturzentrum in der „Alten Weberei“ beauftragt.

1993
1994

Projekt “Kulturzentrum Alte Weberei”

Seit Juni findet das Projekt „Kulturzentrum Alte Weberei“ engagierte, in der Öffentlichkeit wahrnehmbare Fürsprecher. Kulturell engagierte Bürger*innen gründen einen „Förderverein Kulturzentrum Alte Weberei“.

1994
1996


GN-Karikatur 1996 – „Kulturpolitik mit der Abrissbirne“, Grafschafter Nachrichten
Die Stadtverwaltung schlägt den Abriss der Fabrikhalle vor. Ein Vorschlag, der im Vorfeld der ebenfalls 1996 anstehenden Kommunalwahlen unerwarteten Protest in weiten Teilen der Öffentlichkeit auslöst.

1996
1995


Foto: Werner Westdörp, Grafschafter Nachrichten
Im Herbst werden die vergifteten Böden aus der Altlastsanierung weitestgehend entsorgt.

1995
1996

Probelauf der “Kulturfabrik”

Mit finanzieller Unterstützung der LAGS Niedersachsen veranstaltet der Verein in den Sommermonaten in leergeräumten Teilbereichen der Weberei sogenannte „Probeläufe“, die einigen tausend Besucher*innen die Möglichkeiten eines zukünftigen Kulturzentrums aufzeigen.

1996
1/1/2019

Foto: Werner Westdörp, Grafschafter Nachrichten
Die Rick DeVito-Band bei ihrem Auftritt während des „Probelaufs“.

1/1/2019
1996

Licht am Ende des Weberei-Tunnels

Im Sommer erfolgt der Durchbruch. Im Juni votiert der Verwaltungsausschuss der Stadt Nordhorn einstimmig für den Erhalt der Halle. Überraschend gelingt es, Zuschüsse in Millionenhöhe für den Umbau einer Textil- in eine Kulturfabrik zu akquirieren.

1996
1997


Foto: Werner Westdörp, Grafschafter Nachrichten
Mit Hochdruck beginnt im Februar der rund 5 Millionen DM teure Aus- und Umbau der Fabrikhalle.

1997
1997

Foto: Werner Westdörp, Grafschafter Nachrichten
Unerwarteter Andrang bei der Eröffnung von „Topping Out“ am 29. August 1997. In langer Schlange warteten insgesamt 700 Kunstinteressierte auf Einlass.

1997
1997

Hoher Besuch

Foto: Werner Westdörp, Grafschafter Nachrichten
Stargast ist die belgische Königin Paola, deren Ausstellungsbesuch mit einem städtischen Empfang im Grafschafter Brauhaus endet.

1997
1998

Die letzten Bauarbeiten

Der Innenausbau der Alten Weberei macht sichtbare Fortschritte. Die Arbeiten rund um den Bühnenbereich und die ersten Wanddurchbrüche für Eingangstüren, Fensterfronten und Notausgänge gehen voran.

1998
1999

Allem Anfang wohnt ein Zauber inne – die Kulturfabrik wird eröffnet

Am 30. April 1999 ist es endlich so weit: Nach einer Umbauzeit von knapp zwei Jahren hat sich die ehemalige Webereihalle der Firma Povel in eine multifunktional nutzbare „Kulturfabrik“ verwandelt.

1999
1999

Foto: Werner Westdörp, Grafschafter Nachrichten
Seit ihrer Eröffnung im September 1999 ist die unter dem Stichwort „Textile Arbeitswelten“ eingerichtete Museumsfabrik Ziel vieler Besuchergruppen.

1999
1999

Foto: Stephan Konjer, Grafschafter Nachrichten
Bereits in den ersten drei Betriebsjahren kommen jeweils rund 50.000 Besucher in die Alte Weberei. Ganz im klassisch soziokulturellen Sinne wird die Halle zur Spielstätte etlicher kultureller Initiativen vor Ort:

1999
1999

“Goodbye klein Amerika”

Foto: Werner Westdörp, Grafschafter Nachrichten
Ein Musical über den Aufstieg und Niedergang der Nordhorner Textilindustrie, das bis zum Jahresende 2000 weitere ausverkaufte Aufführungen erlebt.

1999
1999

Foto: Werner Westdörp, Grafschafter Nachrichten
Einen über die Jahre vergleichbaren Publikumszuspruch entfaltet die Rock und Klassik verbindende Veranstaltungsreihe der „Sinfonic Rock Night“, die die Musikschule Nordhorn – zunächst unter dem Titel „Night Of The Proms“ – seit dem Herbst 1999 alljährlich gemeinsam mit der Alten Weberei in Szene setzt.

1999
2000

Markt und Messe

Auf der Freifläche inmitten der Halle finden 1999/2000 erste Antik- und Kunstmärkte und eine Reihe von Messeveranstaltungen wie Computermessen, die Bau- und Immobilienmesse „Lebenswelten“, die Gesundheitsmesse „Balance“ oder die Schönheitsmesse „Beauty & Wellness“ statt.

2000
2000

Gefeiert werden…

Großhochzeiten, Abibälle, die vereinigten Schützenvereine veranstalten ein erstes Stadtschützenfest im Veranstaltungssaal. Dort finden zudem Neujahrsempfänge und Infoveranstaltungen der Stadt Nordhorn, Seniorennachmittage und Weihnachtsfeiern von Parteien, Verbänden und Betrieben statt.

2000
2000

Hoher Besuch


Foto: Werner Westdörp, Grafschafter Nachrichten
Der nächste königliche Gast lässt nicht lange auf sich warten. Königin Beatrix aus den Niederlanden auf Stippvisite in der Alten Weberei zur Eröffnung des grenzüberschreitenden Projektes “kunstwegen”.

2000
2006

Foto: Jürgen Lüken, Grafschafter Nachrichten
Aktionskünstler Guillaume Bijl zeigte im Galeriepavillon mit „Souvenirs der 60er Jahre“ einen musealen Flohmarkt der Kunst. Darüber hinaus inszeniert die Alte Weberei zur 60er-Ausstellung eine eigene Schau: „The Doors – Erinnerungen an eine Kultband“.

2006
2006

Foto: Jürgen Lüken, Grafschafter Nachrichten
Ein Wochenende später ließen sich zahlreiche Besucher bei einer Moden- und Frisurenschau in den Look der 70er Jahre entführen.

2006
2013

Foto: Udo Wohlrab, Grafschafter Nachrichten
Ausgelassen, tanzfreudig, mit „toller Stimmung“ unter der Discokugel – so zeigten sich die Disco-Partys unter „musikalischer Anleitung“ der GN-DJs Hans-Jürgen de Winder und Werner Straukamp.

2013
2013/2014

Das Fazit der ersten Jahre

Die Alte Weberei ist aus dem kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken.

2013/2014
2015

Projekte und mehr…

Informationen zu den vergangenen oder aktuellen Projekten des Kulturzentrums sind im Projektarchiv zu finden.

2015